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1969: Die erste umfrage in Dinkelsbühl

09.10.2019: Derzeit führen Oberbürgermeisterkandidat Holger Göttler und sein Team der Freien Wähler in den Stadt- und Ortsteilen Dinkelsbühls eine Bürgerumfrage durch. Darauf zu hören, was den Menschen wichtig ist, ist aber keine Premiere. Die meisten Menschen können sich aber kaum noch an die allererste Bürgerumfrage erinnern, die jemals in Dinkelsbühl durchgeführt wurde.

Denn genau fünfzig Jahre, im Jahr der Mondlandung, ist es her, als die damalige CSU-Fraktion 1969 die Bürgerinnen und Bürger der Stadt zum ersten Mal nach ihrer Meinung fragte. Als nach der Auswertung die Ergebnisse  der Öffentlichkeit präsentiert wurden, war man zu Recht stolz. Wörtlich hieß es: "Neu und vielversprechend ist aber der Versuch, die Meinung der Bürger zu den kommunalen Problemen der Stadt zu erfragen. Dass man dabei auch den Bürger mitreden lassen will, ja ihn zu eigener Überlegung zwingt, ist sicher ein begrüßenswerter Schritt einer politischen Partei auf kommunaler Ebene"

Mit der Möglichkeit anonym zu antworten, senkt man die Beteiligungshürden, man kann offen ansprechen, was einen stört und was besser gemacht werden muss. Gerade in der aktuellen Stadtpolitik werden andere Meinungen oftmals einfach ignoriert oder gar niedergebügelt, wenn sie nicht in das eigene Konzept passen. Vor fünfzig Jahren war man da tatsächlich schon weiter und auch damals hieß es bei der Vorstellung der Ergebnisse: "Vielen, die diese Aktion lächerlich abtaten, sollte das Ergebnis dieser Beteiligung eine drastische Antwort geben". Dabei zeigten bereits die Ergebnisse der allerersten Bürgerumfrage, dass es den Menschen wichtig ist, Teil des Diskussions- und Entscheidungsprozesses zu sein.

Was sollTE IN DINKELSBÜHL anders werden?

Vieles von dem, was im Jahre 1969 gesagt wurde, sollten wir uns auch für die Dinkelsbühler Stadtpolitik der kommenden Jahre zu Herzen nehmen. Denn auf die Frage "Was sollte ihrer Meinung nach in Dinkelsbühl anders werden?" fielen u. a. folgende Antworten:

  • "Davon ausgehen, bei allen Planungen immer überlegen, nützt das der Allgemeinheit oder nur wenigen. Die Stadträte sollten sich in allen Situationen darüber im klaren sein, dass sie Gelder verwalten, die ihnen von den Bürgern anvertraut wurden. Sie sollten mit diesen Geldern so umgehen wie mit ihrem eigenen Besitz!"
  • "Unabhängige Entscheidungen des Stadtrates, keine Vetterleswirtschaft."
  • "Mehr Rücksicht auf die Erhaltung des altertümlichen Stadtbildes."
  • "Wahrung des Grundsatzes der Gleichheit, vor allem bei städtischen Veräußerungen, bei Grundstücksverkäufen und Vergaben von Wohnungen."
  • "Besonders notwendig ist eine bessere Überwachung der Baumaßnahmen. Bessere Planung beim Straßenbau, damit kostspielige Reparaturen und Ausbesserungen möglichst unterbunden werden."
  • "Fehler, die dem Bürger sein Geld kosten, sollten in wirklicher Offenheit klargelegt werden, nicht diplomatisch verklausuliert werden."
  • "Der Stadtrat muss mehr unabhängig von der Verwaltung werden."
  • "Größte Sparsamkeit bei der Verwendung der städt. Gelder."


Industrie und Tourismus

Auf die Frage, ob sich die Stadt um weitere Industrieansiedlungen bemühen solle, antworteten die Dinkelsbühlerinnen und Dinkelsbühler 1969 deutlich mit einem Ja. Wörtlich hieß es in einem der ausgefüllten Fragebögen: „Wer sich hier nicht bemüht, hört auf, für den Bürger zu sorgen.“ Die aktive Ansprache an potenzielle Ansiedler, die Steigerung der Attraktivität des ländlichen Raums, die Schaffung von Wohnraum, dies alles wurde schon damals als Weg für eine gute Stadtentwicklung genannt. Und auch die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismussektors wurde, so heißt es in der Zusammenfassung der Umfrage, von den Bürgerinnen und Bürgern „allgemein anerkannt“. Die Ausgestaltung des „Fremdenverkehrs“, wie der Tourismus damals genannt wurde, war aber auch vor fünfzig Jahren schon ziemlich vielfältig. Die konkreten Vorstellungen zur Verbesserung lauteten daher unter anderem: „Bereitstellung von Tagungsräumen“, „ein guter Service bei soliden Preisen“, „ein ständiges Programm für die Fremden, besonders auch an Regentagen und am Abend“, „Sauberkeit der Stadt und Pflege der Anlagen“ oder „Anbieten besonderer Spezialitäten“.

Die aktuell heiß diskutierte Parkplatzsituation war schon Ende der 1960er Jahre ein großes Thema. So wünschten sich die Bürgerinnen und Bürger einst beispielsweise Parkplätze „an der neuen Brücke“, vor dem Nördlinger Tor oder an der Schwedenwiese. Dabei sollten die Parkplätze aber „die vorgesehenen Spazierwege nicht stören.“ Und schon vor fünfzig Jahren hieß es: „Zum Teil werden Vorschläge unterbreitet, Straßen in Einbahnstraßen umzuwandeln und auf ein diszipliniertes Parken, vor allem in der Segringer Straße zu achten.“

Anpacken!

Gefragt nach den vordringlichsten Themen, die für eine gute künftige Stadtentwicklung notwendig seien, landete bei den Dinkelsbühlerinnen und Dinkelsbühlern im Jahr 1969 die Erweiterung der bestehenden Kindergärten auf dem ersten Platz. Gleich dahinter wurde das Alters- und Pflegeheim genannt. Der eigentliche Stiftungszweck war der damaligen Bevölkerung so wichtig, dass in der Zusammenfassung der Umfrage explizit darauf hingewiesen und auch der Wortlaut einer ausdrucksstarken Rückmeldung besonders hervorgehoben wurde: „Ich fürchte, man denkt kaum mehr daran, aus welchem großartigen Geist dieses christliche Sozialwerk erwachsen ist. Wäre es nicht schon lange an der Zeit gewesen, mit den Einnahmen zunächst dem Werk selbst zu dienen und erst aus verbleibenden Überschüssen andere soziale Zwecke zu finanzieren?“  Auf den weiteren Prioritätsplätzen landeten die Einrichtung einer „Ampelanlage an der Kreuzung Wörnitzstraße-Stauferwall“, die „Beseitigung von Notwohnungen“, der „Neu- bzw. Um- und Ausbau des Wörnitzfreibades“ und die „Renovierung der St. Georgs-Kirche“.

Etwas hat die Dinkelsbühlerinnen und Dinkelsbühler vor fünfzig Jahren aber besonders gestört. Die Lokalpolitik diskutierte, ob nicht am Segringer Tor ein weiterer Durchlass für den Verkehr geschaffen werden sollte. Das Projekt „Tordurchbruch“ stieß in der Umfrage jedoch auf vehemente Ablehnung. Zitiert wird in der Zusammenfassung der Befragung die klare Rückmeldung: „Es wäre ein Dolchstoß für den Körper unserer Stadt.“ Es wurde bei dem Vorhaben damals nicht von oben herab entschieden, doch noch irgendwie einen Tordurchbruch am Segringer Tor „durchzuboxen“, sondern es wurde auf die Sorgen und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger gehört und historische Bausubstanz nicht zerstört. Zum Glück, denn dann würde das Segringer Tor heute vielleicht so aussehen:

Die Initiatoren der Bürgerumfrage kamen vor fünfzig Jahren zu folgendem Resümee: „Zusammenfassend sollte man feststellen, dass die Bürger unserer Stadt deutlich gezeigt haben, dass sie bereit sind, mitzudenken und mitzuarbeiten. Aufgabe der Verantwortlichen wird es in Zukunft sein, die Bevölkerung teilhaben zu lassen an den Überlegungen und sie regelmäßig über anstehende Fragen zu unterrichten. Die Aufgaben der Kommunen werden sich weiter mehren. Umso notwendiger wird es sein, den Bürger zu informieren. Denn das A und O einer gesunden Selbstverwaltung ist, dass jeder Bürger bereit ist, am Gemeinschaftsleben seiner Gemeinde aktiv mitzuwirken und die Belange der Gemeinde und des Kreises als seine eigenen anzusehen.“

Ein guter Weg, der leider in den letzten Jahren zunehmend in Vergessenheit geraten ist. Zuhören, die Menschen bei den Entscheidungen mitnehmen und dabei immer das Allgemeinwohl im Blick haben: Diese Politik brauchen wir wieder für eine gute Zukunft unserer Stadt!


Quelle: CSU-Fraktion Dinkelsbühl: So sieht der Dinkelsbühler Bürger die zukünftigen Aufgaben der Stadt, Dinkelsbühl 1969.

Dies ist die Informationsseite des Dinkelsbühler Oberbürgermeisterkandidaten Holger Göttler. Bitte unterstützen auch Sie meine Kandidatur mit Ihrer Stimme bei den Kommunalwahlen am 15. März 2020. Vielen Dank!

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